
Wildfänge und Importe
Importierte Reptilien und Amphibien sind aus der Szene nicht wegzudenken.
Zum einen gibt es weltweit Unternehmensstrukturen, die sich ausschließlich mit Importen beschäftigen, zum anderen benötigt der ernsthaft Interessierte Halter und auch Züchter frisches Blut, auch um Inzuchten zu vermeiden.
Trotz allem sollten wir uns vorher fragen, ob wir wirklich ein Importtier halten wollen und können, denn bei deren Erlebnisweg bis in unser heimisches Terrarium gehören Sie wirklich besonders beachtet und respektiert.
Was sollte man beim Erwerb von Reptilien beachten, welche nicht aus Nachzuchten stammen:
- Informieren Sie sich über die Herkunft
- höhere Stressempfänglichkeit
- höhere Parasitenbelastung
- Quarantäne!
- Nachzucht anstreben
Herkunft
Für die Lebenserwartung der Tiere ist es mitunter entscheidend, wo sie herkommen und welchen Weg sie genommen haben.
Der Transport, die Zwischenstationen und auch die Unterbringung später bei uns und abschließend bei Ihnen zu Hause, sollte so schonend wie irgend möglich stattfinden. Auch der erneute Transport sollte gut geplant sein.
Informieren Sie sich so gut es irgend geht über die Art, um so schnell wie möglich die Bedürfnisse des Tieres zu kennen und ihnen zu entsprechen.
Stress
Tiere, die nicht aus Nachzuchten stammen, haben häufig einen langen Weg hinter sich. In mehreren Zwischenstationen werden sie zwar versorgt, doch häufig nicht individuell genug. Schwächere Tiere fallen in der Regel erst auf, wenn sie äußerliche Anzeichen aufzeigen.
Stress entsteht für diese Tiere im Grunde durch die gesamte Prozedur.
Zudem endet die Flucht aus der ungewohnten und neuen Situation plötzlich mit Wucht an einer Scheibe des Terrariums.
Parasitenbelastung
Neben den üblichen Parasiten im Darm, die durch die hohe Stressanforderung vermutlich bereits im Kot nachweisbar sind, können Tiere aus Importen zusätzliche, teils gar neue Krankheitsbilder haben.
Zecken, Hautwürmer, seltene Viren-/Bakterienstämme wären hier zu nennen.
Hinzu kommen leider auch noch Verletzungen, die sich die Tiere zugezogen haben, wenn sie aus Massenimporten kommen und dort nicht pfleglich behandelt wurden.
Quarantäne
Aus diesem Grunde sollte eine Unterbringung in einem eigenen bzw. Quarantänebecken angestrebt werden. Die Tiere benötigen in der Regel eine Einrichtung, die deren hohen Schutzbedüfnis entspricht und sollte gleichzeitig gut zu reinigen sein.
Ziehen sie so früh wie möglich einen reptilienkundigen Tierarzt hinzu, damit sich auch dieser im Zweifelsfalle über die Art informieren kann.
Durch eine gute Dokumentation und Transparenz erzielen Sie in der Regel eine gute Zusammenarbeit mit dem spezialisierten Veterinär.
Setzen Sie das Tier erst zur Gruppe, wenn weder der Bestand dem Importtier durch mutierte Krankheiten in Gefahr bringen kann, noch das neue Tier eine Gefahr für den Bestand darstellt.
Nachzuchten anstreben
Um die Importtiere mit allem was sie durchgemacht haben entsprechend zu würdigen, sollten Sie die Nachzucht anstreben.
Viele Reptilien werden nämlich nur deswegen importiert, weil sie als Nachzucht kaum verfügbar sind.
Besorgen Sie sich Literatur über die jeweilige Art und auch über die Inkubation von Reptilien.
Abgesehen davon, dass die Nachzucht sauberer Linien ein unglaublich spannendes Hobby ist, können Sie einen Teil dazu beitragen, die Importe zu reduzieren.
Werden Sie ein Teil der gelebten Terraristik ;)
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